Unsere Konzeption

"profinos" ist nicht nur Name, sondern auch Programm. Die Kurzform des lateinischen Ausdrucks "pro filiis nostris" für unsere Kinder ist das Bekenntnis des katholischen Trägers zu kindgerechter und wertorientierter Erziehung, Bildung und Betreuung in seinen Kindertageseinrichtungen.

Nach dem Willen des Bischofs von Aachen sollen die pfarrgemeindlichen Kindertageseinrichtungen in der Region von vier regionalen Trägergesellschaften professionell geführt werden. Die meisten Pfarren in den Regionen Düren und Eifel sind dem Wunsch des Bischofs gefolgt und haben die wirtschaftliche Leitung der Kindertageseinrichtungen übergeben. Pastoral sind sie aber weiterhin für die Einrichtungen verantwortlich, auch auf ausdrücklichen Wunsch von profinos.

Bei ihrer Gründung im Jahr 2009 hatte die profinos gem. GmbH die Aufgabe, die damals beigetretenen 31 Kindertagesstätten zu einem großen Verbund zusammenzuführen und weitere beitrittswillige Einrichtungen zu integrieren. Inzwischen führen wir 39 Kindertageseinrichtungen.

Neben der wirtschaftlichen Steuerung sieht der Aufsichtsrat als eine wesentliche Aufgabe des Unternehmens eine einheitliche pädagogische Führung der Kindertagesstätten. Deshalb wurde beim Aufbau der Gesellschaft darauf geachtet, dass klare Verantwortlichkeiten für die pädagogische Entwicklung geschaffen wurden.

Das vorliegende Konzept haben Mitarbeiterinnen von profinos gemeinsam erarbeitet. Es ergänzt die Grundlagen, denen wir als Träger verpflichtet sind: die Gesetze des Landes NRW, die Ausarbeitung "Welt entdecken, Glauben leben" der NRW-Bischöfe und die Rahmenordnung des Bistums Aachen. Das Konzept setzt die unverzichtbaren Eckpfeiler für die Arbeit in unseren Einrichtungen. Es gibt diesen eine Leitlinie für ihr Handeln, um das Ziel "Einheit in der Vielfalt" zu gewährleisten, für das der Name profinos steht; gleichzeitig macht es die Freiräume deutlich, die die einzelnen Teams nutzen können, um den Kindern in ihrem Sozialraum ein Zuhause außerhalb der Familie zu bieten. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben können unsere Kindertagesstätten eigene Konzepte entwickeln, die auf ihre jeweils spezifischen Bedingungen zugeschnitten sind.

In einer Zeit, in der viel vom Bildungsauftrag, von gesellschaftlichen Zielen und Zwängen gesprochen wird, ist es dem Aufsichtsrat von profinos wichtig zu betonen, dass wir unseren Auftrag vor allem als Dienst der Kirche an unseren Kindern, den Familien und der Gesellschaft verstehen. Das bedeutet, dass es uns nicht primär auf Wissensvermittlung ankommt; wichtiger ist uns, die Kinder als individuelle Persönlichkeiten anzunehmen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dabei ist die Ausrichtung an christlichen Werten ein unverzichtbarer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Zu diesen christlichen Werten gehört insbesondere, alle Kinder Gottes anzunehmen, unabhängig von ihrer religiösen und ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer sozialen Herkunft.

Ein Konzept ist kein statisches Gerüst es muss in den Herzen und im Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Leben erweckt, aber auch immer wieder kritisch hinterfragt werden. Wir als Aufsichtsrat wünschen uns, dass das nun vorliegende Konzept Grundlage unseres Handelns zum Wohle der von uns betreuten Kinder wird.

Düren, im Oktober 2013

Hans Keutgen
Vorsitzender des Aufsichtsrates

 

profinos steht dafür, Kinder so anzunehmen, wie sie sind, ihnen eine hohe Werthaltung und Akzeptanz zu vermitteln und jedem Kind achtsam gegenüberzutreten. Die Mitarbeiterinnen arbeiten als Begleitung von Kindern auf ihrem Weg, eigenständige, selbstbewusste und verantwortungsvolle Persönlichkeiten zu werden.

Für profinos als katholische Trägergesellschaft von Kindertageseinrichtungen ist eine christliche Haltung und der im Alltag gelebte katholische Glaube von großer Bedeutung. Die katholische Religion wird in den Kindertagesstätten bewusst gelebt. Dadurch werden den Kindern christliche Werte und religiöse Traditionen vermittelt. Christliche Feste und besondere Gottesdienste werden gemeinsam gefeiert. Zu der christlichen Werthaltung gehört die Achtung vor der Tradition und Religion anderer ebenso wie die Akzeptanz anderer Kulturen. Kinder möchten ihre eigene Welt und die der anderen begreifen.

profinos identifiziert sich gänzlich mit der Rahmenordnung (1), die in Aachen im Frühjahr 2013 von Bischof Heinrich Mussinghoff in Kraft gesetzt wurde, und versteht ihren Auftrag als Dienst für die Kinder, die Familien und die Gesellschaft.

Darüber hinaus leitet sich der Auftrag als Trägergesellschaft von Kindertageseinrichtungen aus dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ab, das am 1. August 2008 in Kraft getreten ist. Es ist auf der Internetseite des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen vollständig nachzulesen. (2)

Eine weitere Aufgabe von profinos ist es, dem gesellschaftlichen Strukturwandel Rechnung zu tragen. Das bedeutet vor allem, dass das Angebot an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder orientiert wird sowie sozialen Ungleichheiten entgegengewirkt wird. Veränderungen der gesellschaftlichen Strukturen und soziale Unterschiedlichkeiten verlangen vom Träger wie von den Mitarbeiterinnen eine stetige Weiterführung der konzeptionellen Arbeit. Dem wird profinos wie folgt gerecht.
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1„Rahmenordnung: Auftrag und Selbstverständnis der Trägerschaft katholischer Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Aachen – Pastorale und pädagogische Grundlagen“. Diese Rahmenordnung kann in allen Kindertageseinrichtungen von profinos nachgelesen werden.
2 http://www.mfkjks.nrw.de/ (Abruf 10.07.2013)

 

1.1 Bildungsauftrag und Schulfähigkeit

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) als Ausführungsgesetz des Landes konkretisiert in § 13 vor allem den Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen:

„Die Bildungs- und Erziehungsarbeit zielt darauf ab, das Kind […] in seiner Entwicklung zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern, es zu Verantwortungsbereitschaft, Gemeinsinn und Toleranz zu befähigen, seine interkulturelle Kompetenz zu stärken, die Herausbildung kultureller Fähigkeiten zu ermöglichen und die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten in allen Entwicklungsbereichen zu unterstützen.“ (3)

profinos versteht diesen Auftrag so, dass alle Kinder von Anfang an dort abgeholt werden, wo sie in ihrer Entwicklung stehen und individuell in unterschiedlichen Bereichen unterstützt werden: im sensorischen, emotionalen, sozialen, motorischen, kognitiven, sprachlichen, kreativen, musischen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich.

Bildung und nachhaltiges Lernen ist nur möglich, wenn es in einer emotional getragenen Atmosphäre stattfinden kann und die Kinder damit positive Erfahrungen verbinden. Vor allem im Spiel lernen Kinder nachhaltig und verknüpfen das Gelernte mit anderen Erfahrungen aus ihrem Leben. (4)

Vorbereitung auf die Schule findet in den Einrichtungen vom ersten Kindergartentag an täglich statt. Ziel ist es, die Voraussetzungen für schulisches Lernen zu schaffen und die Kinder in deren Festigung zu unterstützen. Wichtig sind hierbei insbesondere Lernfreude, Kreativität, Phantasie, Verantwortungsbereitschaft und Selbstbewusstsein. Die Kitas schaffen kindgerechte Übungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Bildungsbereichen, stets darauf bedacht, die Motivation und Freude der Kinder zu nutzen und zu bewahren.

Besondere Ausflüge und Aktionen im Jahr vor der Einschulung stärken das Gruppengefühl der angehenden Schulkinder und machen das letzte Kindergartenjahr zu etwas ganz Besonderem.

Der kindliche Entwicklungsprozess wird in einer Bildungsdokumentation, die allen Beteiligten mit Einverständnis des Kindes zugänglich ist, festgehalten. Die Bildungsdokumentation orientiert sich an den Interessen, Fähigkeiten, Talenten und Stärken eines Kindes und bildet seine persönliche Entwicklungsgeschichte ab. Die Form der Bildungsdokumentation variiert in den Einrichtungen. Auf Grundlage dieser werden Ziele zur Förderung und Unterstützung der Potentiale des Kindes gemeinsam mit den Eltern vereinbart.
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3 http://www.mfkjks.nrw.de, (Abruf 05.02.2013)
4 Manfred Spitzer, Lernen - die Entdeckung des Selbstverständlichen,2006

 

1.2 Qualitätsentwicklung und -sicherung

Die Konzeption von profinos dient als Grundlage der Qualitätsentwicklung und -sicherung in den einzelnen Einrichtungen der profinos gem. GmbH. Aufbauend darauf definieren die Einrichtungen ihre eigene Konzeption, durch welche die zuverlässige Ausführung der pädagogischen Arbeit gesichert ist. Innerhalb der Trägerkonzeption festgelegte Standards und Richtlinien sind bindend, werden jedoch innerhalb der Einrichtungen individuell mit Leben gefüllt. Unterschiedliche Schwerpunkte sind explizit gewünscht. Sozialräumliche und individuelle Besonderheiten und Bedürfnisse werden erkannt und finden dort ihren Platz.

 

Neben der Konzeption stellt die Personalentwicklung ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal dar. Mitarbeiterzufriedenheit wird als Grundvoraussetzung für Arbeitsmotivation betrachtet und durch verschiedene Maßnahmen angestrebt (siehe hierzu auch Punkt 5.):

 
 
  • Personalentwicklungsgespräche mit Zielvereinbarungen
  • Fort- und Weiterbildungsangebote
  • Ausbildungsangebote
  • Möglichkeiten zur Nutzung von Supervision und Coaching
  • regelmäßige Angebote zum Austausch in unterschiedlichen internen und externen Kreisen (Arbeitskreise, Konferenzen, Besprechungen)
  • jährliche pädagogische / konzeptionelle Teamtage
  • Mitarbeiterbefragungen

profinos legt Wert darauf, dass die von den Mitarbeiterinnen gestalteten Räume zum Wohlfühlen einladen.
Sie bieten den Kindern

 
  • eine Atmosphäre der Geborgenheit
  • Anreize für phantasievolles und kreatives eigenständiges Handeln
  • Nischen, um sich zurückzuziehen
  • altersgerechtes Spiel- und Gestaltungsmaterial
  • Raum zum Erproben, Entdecken und sich Bewegen

Die Einhaltung von Sicherheitsstandards und die Sicherheitserziehung sind grundlegende Qualitätsmerkmale. Zur Einhaltung und Überprüfung dieser gibt es folgende Maßnahmen:

 
  • regelmäßige Überprüfung der Außenspiel- und Elektrogeräte
  • regelmäßiger Sandaustausch
  • Schulung/Belehrung der Mitarbeiterinnen über Hygienevorschriften und das Infektionsschutzgesetz
  • Brandschutzbegehungen, Brandschutzübungen
  • Qualifizierung von Sicherheitsbeauftragten
  • Ersthelferausbildung
  • grundsätzliches Rauchverbot in allen Einrichtungen sowie auf deren Gelände

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die ständige Reflexion der Arbeit und der daraus resultierende Aufbau von Prozessen und Standards sowie die Weiterentwicklung dieser. Unter anderem gibt es eine regelmäßige Elternbefragung sowie ein Rückmeldemanagement für Eltern, Kinder und MitarbeiterInnen.

 

1.2.1 Der KTK Gütebrief

Mit Inkrafttreten der Rahmenordnung des Bistums Aachen hat profinos sich als Träger dazu verpflichtet, die Qualität in seinen Einrichtungen mit Hilfe des KTK-Gütesiegels bis zum Erlangen des Standards „Qualitätsbrief“ weiterzuentwickeln. In einem ersten Projekt des Bistums in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband beschreiten derzeit einige Einrichtungen diesen Weg. Weitere Einrichtungen werden folgen.

Dieser wurde speziell für katholische Einrichtungen entwickelt und begründet sich aus dem christlichen Glauben. Er umfasst die Bereiche Kinder, Eltern, Pastoraler Raum, Glaube, Sozialraum, Personal, Träger und Leitung. Die Anforderungen an die Einrichtungen sind klar formuliert, lassen jedoch gleichzeitig Raum zur individuellen Ausgestaltung und eigenen (katholischen) Profilbildung.

 

1.2.2 Qualitätssiegel Bewegungskindergarten

Ein Qualitätsmerkmal aller profinos Einrichtungen ist die Zertifizierung als Bewegungskindergarten in Kooperation mit einem örtlichen Sportverein. Die in den Einrichtungen durch intensive Fortbildung qualifizierten Fachkräfte bieten den Kindern stärken- und bedürfnisorientierte, freie und angeleitete, ganzheitliche Bewegungsmöglichkeiten, welche alle Sinne der Kinder ansprechen. Die Bewegungsfreude der Kinder wird nicht nur aufgegriffen, sondern aktiv angeregt. Die Gestaltung der Räume und des Außengeländes, die Natur in der näheren Umgebung und die Auswahl ansprechender Materialien laden zu Bewegung ein und ermöglichen eine aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der Umwelt mit all ihren Herausforderungen.

 

1.2.3 Zertifizierung als Familienzentrum

Einige der Einrichtungen von profinos sind bereits als Familienzentrum zertifiziert. Sie bieten ein familienunterstützendes Netzwerk mit einem verlässlichen Bildungs- und Betreuungsgefüge für den gesamten Sozialraum an. Dieses bildet eine niederschwellige Beratungsstruktur für Familien. Dabei spielt die Vernetzung mit anderen Institutionen und Einrichtungen eine wichtige Rolle. Die Angebote der Familienzentren sind flexibel, sie richten sich nach den Bedürfnissen der Eltern und Kinder vor Ort und sind an die lokale Struktur angepasst.
Die Familienzentren sind ein Ort des Erlebens, wo jedes Kind und jeder Familienangehörige herzlich willkommen ist und an entsprechenden Angeboten teilnehmen kann.

Damit Kinder sich zu eigenständigen und selbstbewussten Menschen entwickeln können, brauchen sie eine Lebenswelt, die sie verstehen und in der sie handeln können. Kinder lernen aus eigener Motivation heraus und bringen alle Anlagen dafür mit. Sie benötigen dazu klare Strukturen, passende Angebote und die Möglichkeit zu experimentieren; die Freude am Tun ist ihnen eigen.

Das verlangt von den Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten vor allem eine wertschätzende und strukturgebende Haltung gegenüber den Kindern. Sie müssen ihnen die Möglichkeit geben, eigene Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen, und ihnen vermitteln, dass sie ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft sind.

Manche Kinder sind resilient, d.h. sie bewältigen Stress, Druck, Frust und Rückschläge besser als andere. Mit Übungen zur Resilienz kann die psychische Widerstandskraft der Kinder gestärkt werden. Es wird sozusagen das „Immunsystem der Seele“ gefördert.

 

2.1 Bild vom Kind

Bei Kindern merkt man,

dass sie wie Blumen sind

jede will anders gepflegt sein

die eine braucht fetten Boden,

die andere mageren,

die eine braucht viel Licht,

die andere kann es gar nicht vertragen,

die eine braucht viel Wasser,

die andere wenig,

einige blühen schnell, andere langsam

da gilt es eben Unterschiede zu machen

und nur so wird man gerecht,

wenn man jeden nach seiner Natur

behandelt.

(Emil Frommel)

 

2.2 Entwicklungsbegleitung der Kinder

„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist – dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später, sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Darum weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt wenn das Leben schwer ist. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Inneren, an die man sich halten kann“. (5)

(Astrid Lindgren)

Bei profinos verbringen die Kinder einen großen Teil ihres Tages mit dem Spiel. Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes und ist die elementarste Form des Lernens. Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse, denn Kinder lernen durch das Spielen.

In erster Linie lernt das Kind über Sinneserfahrungen, über Bewegung und über den Einsatz seines ganzen Körpers. Darauf aufbauend wird der Ablauf in den Einrichtungen strukturiert.

Die Mitarbeiterinnen beobachten die Kinder mit ihren kindlichen Selbstbildungspotentialen, ihrer Entdecker - und Experimentierfreude und bauen mit ihren Impulsen und Angeboten auf diesen auf.

Dabei orientieren sie sich in ihrer pädagogischen Arbeit eng an der Bildungsvereinbarung NRW und den darin beschriebenen Bildungsbereichen.
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5 http://www.kinderhaus-astrid-lindgren.de/html/astrid-lindgren-html, (Aufruf 06.09.2017)

2.3 Wertvermittlung in der Arbeit mit Kindern

Als Fundament des täglichen Miteinanders findet sich die religiöse Erziehung auch in den vermittelten und gelebten Werten von profinos wieder. Die bedingungslose Annahme der Menschen durch Gott spiegelt sich im Alltäglichen, im Umgang mit den Kindern und in der Achtung des Einzelnen. Die Mitarbeiterinnen nehmen als Vorbild eine bedeutsame Rolle ein und setzen sich im Team intensiv mit den Werten des Trägers und der Einrichtung auseinander.

Folgende Werte prägen die Arbeit von profinos:

 
  • Akzeptanz jedes Kind in seiner Individualität und mit seinen Bedürfnissen, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion, seines Erscheinungsbildes oder seinem Entwicklungsstand

  • Die Mitarbeiterinnen begegnen den Kindern mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und bieten sich als verlässliche Kommunikations- und Spielpartner an.

  • Leben und Vermittlung eines positiven und sozialen Miteinanders

  • Schaffung eines Klimas, dass von Wertschätzung und gegenseitigem Respekt geprägt ist

  • Achtung der Natur und von verschiedenen Materialien.

  • Hinführung der Kinder zu größtmöglicher Selbstständigkeit und Unterstützung in ihrer Selbstverwirklichung

  • Ermöglichung von Selbstbestimmung und Bestärkung der Kinder in ihren Rechten und Unterstützung darin, Konflikte selbstständig zu lösen und Kompromisse auszuhandeln.

2.4 Interreligiöses und interkulturelles Lernen

Unsere Gesellschaft wird in religiöser und kultureller Hinsicht immer vielfältiger. Diese Veränderungen machen es erforderlich, dass die Kinder sich in der Kindertageseinrichtung mit der eigenen Religion und Kultur und der – manchmal noch unbekannten – Religion und Kultur der anderen auseinandersetzen.

Die katholische Prägung und damit die christliche Ausrichtung der Arbeit in den Einrichtungen ermöglicht es, bewusst mit den Kindern zu arbeiten, um die Perspektiven zu erweitern sowie Toleranz und Akzeptanz gegenüber dem Anderen zu vermitteln. Das Ziel ist es, die Kinder im Einklang mit anderen, in ihrer eigenen Identität und ihren eigenen Einstellungen zu stärken.

Die Kinder kommen in der Einrichtung mit unterschiedlichen Sprachen in Berührung, sie lernen verschiedene gesellschaftliche Werte, andere Lebensperspektiven und -möglichkeiten kennen. Indem ihnen Unterschiede bewusst werden, sehen sie auch Aspekte des eigenen Glaubens und der eigenen Kultur deutlicher. Die Mitarbeiterinnen greifen die Vielzahl an Unterschiedlichkeit auf und führen sie im Alltag zu einem großen Ganzen zusammen, in dem jedes Kind mit seiner Herkunft, seiner Religion und seinen Besonderheiten akzeptiert wird.

 

2.5 Kinderschutz

Die profinos Einrichtungen sorgen sich um das Wohlergehen der ihnen anvertrauten Kinder und nehmen ihren Schutzauftrag wahr. Die Mitarbeiterinnen kennen und handeln entsprechend der Einschätzskala zur Kindeswohlgefährdung gemäß §8a SGB VIII in Kindertageseinrichtungen. Ein eigens entwickelter Informationsordner mit theoretischen Grundlagen, Dokumentationsvorlagen, Durchführungshinweisen und geeigneten Kontakt- und Vermittlungsdaten liegt in jeder Einrichtung vor. Ausgebildete insoweit erfahrene Fachkräfte stehen allen Mitarbeiterinnen im Verfahren und bei Fragen zur Seite.

 

2.6 Kinderrechte

profinos akzeptieret die UN-Kinderrechte (6) und achtet darauf, sie in den Einrichtungen zu wahren und zu schützen.

Das Recht auf kindliche Meinungsbildung und freie Meinungsäußerung wird durch aktiv geforderte Beteiligungsprozesse und vielfältige Beschwerdemöglichkeiten unterstützt. Das Recht auf Mitbestimmung, Teilhabe und Gleichberechtigung wird umgesetzt.

Die Privatsphäre eines jeden Kindes wird geachtet und geschützt. Bereits den Jüngsten wird es beispielsweise ermöglicht, frei zu entscheiden, welche Mitarbeiterin die Pflegesituation übernehmen darf. Alle Wickelräume gewährleisten die Wahrung der Intimsphäre.

Kindern mit Behinderung und von Behinderung bedrohten Kindern wird von profinos eine Aufnahme in eine Kindertageseinrichtungen unter entsprechenden Rahmenbedingungen ermöglicht.

Die Würde des Kindes wird gewahrt und seine aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft gefördert.
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6 http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf, (Aufruf 04.10.2013)

 

2.6.1 Partizipation

Kinder als Akteure ihres eigenen Lernprozesses brauchen die Möglichkeit, Entscheidungsprozesse mitzugestalten und gemeinsam mit anderen Lösungen zu finden. Mitbestimmung und Beteiligung an den Themen und Aufgaben des Alltags lassen die Kinder als Gestalter ihres eigenen Lebens Selbstwirksamkeit erfahren.

Die Mitarbeiterinnen legen die individuellen Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder gemeinsam im Team fest und geben bewusst gewählte Entscheidungsprozesse an die Kinder ab. Sie legen mit den Kindern gemeinsam verlässliche Beteiligungsgremien fest und unterstützen sie bei der Umsetzung dieser.

Die einrichtungsbezogenen Beteiligungsverfahren können sich grundsätzlich auf alle Themen des Alltags beziehen, orientieren sich jedoch individuell am jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder. Die stetige Reflexion und Erweiterung dieser stellt eine konzeptionelle Grundhaltung dar und wird als ständige Aufgabe innerhalb der Einrichtungen angesehen und gelebt.

 

2.6.2 Beschwerdeverfahren für Kinder

Als ein Teil der Partizipation wird das kindliche Beschwerderecht umgesetzt und gefördert, d.h. die Kinder dürfen sich in der Kindertageseinrichtung über alles beschweren, was sie bedrückt oder was sie verändern möchten. Beschwerdemöglichkeiten werden als eine Form der Beteiligung und gleichzeitig als Gelegenheit zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Arbeit verstanden.

Die Aufgabe der Mitarbeiterinnen ist es, die unterschiedlichen Formen der Beschwerdeäußerung wahrzunehmen und die Kinder dabei zu unterstützen, ihre Beschwerden „zunehmend eindeutiger zu äußern, gezielter zur adressieren und nachhaltiger zu behaupten“. (7) Sie agieren auch hier als Vorbild, indem sie unterschiedliche Meinungen offenlegen und diskutieren und mit den Kindern gemeinsam Konsequenzen und Veränderungen besprechen. Dieser konstruktive Umgang vermittelt den Kindern ein Gefühl von Respekt und Wertschätzung und signalisiert ihnen, dass Beschwerden und Veränderungswünsche gewollt sind, gehört werden und angstfrei geäußert werden können.

Je nach Entwicklungsalter und Entwicklungsstand ist es Kindern nicht möglich, ihre Beschwerden verbal zu artikulieren. Im Umgang mit diesen Kindern ist ein sensibles Wahrnehmen und ein Eingehen auf deren Bedürfnisse, die z.B. durch Schreien oder durch Rückzug signalisiert werden, notwendig.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, auf eine Beschwerde einzugehen, z.B. Empathie zeigen, Gespräche führen, „Streitbrücke“ o.ä. Die einzelnen Beschwerdeverfahren unserer Einrichtungen unterscheiden sich und sind in den individuellen Konzeptionen fest verankert.
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7 Rüdiger Hansen, Präsentation Fachtag LVR: Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder in Kindertageseinrichtungen, 07.04.2016

Die Einrichtungen von profinos sind sehr vielfältig. Durch ihre verschiedenen Standorte im Großraum Jülich, Düren und Eifel sind die örtlichen Strukturen unterschiedlich; zudem hat jede Einrichtung ihre individuellen Besonderheiten sowie eigene Ansprüche und Schwerpunkte in der pädagogischen Arbeit. Das Gesamtkonzept beschreibt die pädagogischen und strukturellen Richtlinien der profinos gem. GmbH , die für alle Kindertageseinrichtungen verbindlich gelten und sich im Konzept und im Handeln jeder Einrichtung wiederfinden. Darüber hinaus ist es profinos ein Anliegen, die Vielfältigkeit der Einrichtungen zu wahren und ihnen ihre jeweilige Identität zu belassen. Wie die beschriebenen Richtlinien konkret umgesetzt werden, entscheidet jeweils die Leitung der Kindertagesstätte in Zusammenarbeit mit ihrem Team. Die Teams können aus den vielfältigen pädagogischen Konzepten und Modellen diejenigen auswählen, die für die eigene Einrichtung am besten geeignet sind, und sie in ihrer jeweiligen Konzeption entsprechend verankern.

 

3.1 Zusammenarbeit

Eltern sind die Experten ihrer Kinder und die wichtigsten Partner in der Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften von profinos. Ein offener und ehrlicher Umgang miteinander stellt die Basis einer gelingenden Erziehungspartnerschaft dar, im Rahmen welcher man sich stets zum Wohle des Kindes austauscht, berät und unterstützt.

Zusammenarbeit mit den Eltern bedeutet für profinos, den Alltag und die Entwicklung des Kindes in beiden Lebensräumen möglichst transparent zu machen.

Den Eltern wird die Möglichkeit gegeben, sich mit ihren Erfahrungen, Ressourcen und eigenen Vorstellungen einzubringen. Sie können sich am Leben in den Einrichtungen aktiv beteiligen und bei der Elternversammlung, im Elternbeirat und im Rat der Tageseinrichtung an den Strukturen des Alltags mitwirken.

Darüber hinaus bestehen weitere Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern wie Hausbesuche, Hospitationen, Entwicklungsgespräche, Eltern-Kind-Aktionen und Elternberatung im Bedarfsfall. Aus unterschiedlichen Bedarfen und Erwartungen der Familien ergeben sich eine Vielzahl an weiteren möglichen Angeboten und Formen der Elternzusammenarbeit, welche in den Einrichtungen individuell gestaltet werden. (8)
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8 Nähere Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre "Für das Kind-die katholische Kindertageseinrichtung".

 

3.2 Rückmeldemanagement für Eltern

Genau wie Kinder haben auch Eltern das Recht eine Rückmeldung zu geben. Dieses Recht beinhaltet neben der Äußerung von Wünschen und positivem Feedback, auch die Äußerung von Beschwerden. Beschwerden werden als konstruktiv wahrgenommen, um die Arbeit in den Einrichtungen zu verbessern. Jede Beschwerde wird ernst genommen. Ein sachlicher und angemessener Umgang mit der Beschwerde ist maßgeblich.

Beschwerden werden intern an den entsprechenden Ansprechpartner weitergeleitet und die weitere Vorgehensweise wird beraten. Je nach Anliegen werden interne und externe Personen zur Klärung hinzugezogen. Bei einrichtungsbezogenen Beschwerden an den Träger erfolgt grundsätzlich eine Information an die Einrichtungsleiterin.

Ansprechpartner für Rückmeldungen sind die Mitarbeiterinnen vor Ort, die Einrichtungsleiterin oder der Träger. Die Rückmeldung kann in einem persönlichen Gespräch, telefonisch, per mail oder postalisch angebracht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sich an den Elternrat zu wenden oder eine Rückmeldung im Rahmen eines Elternabends vorzubringen. Zusätzlich kann man auf der profinos website unter dem Punkt „Ihre Meinung ist uns wichtig!“ seine Meinung kund tun. Regelmäßig durchgeführte Elternbefragungen tragen ebenfalls dazu ein, die Meinung der Eltern abzufragen. Im Eingangsbereich jeder Einrichtung findet man ein Schaubild, in dem die unterschiedlichen Rückmeldemöglichkeiten dargestellt sind.
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Rückmeldemanagement für Eltern

 

3.3 Rückmeldemanagement für MitarbeiterInnen

Die Rückmeldungen der Mitarbeiterinnen sind für profinos wichtig. Hierdurch wird eine optimale Grundlage zur Weiterentwicklung der Einrichtung geschafften und zur Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen beigetragen. Konstruktive Kritik wird ernst genommen und als Chance zur Veränderung gesehen. Rückmeldungen werden zeitnah bearbeitet und den Beteiligten zurück gekoppelt.

Ansprechpartner bei Rückmeldungen von Mitarbeiterinnen sind die Leiterinnen, der Träger und die Mitarbeitervertretung (MAV).

Rückmeldungen können auf unterschiedlichen Wegen gegeben werden, per mail, postalisch und in einem telefonischen oder persönlichen Gespräch. Darüber hinaus können die Mitarbeiterinnen im jährlichen Personalentwicklungsgespräch sowie in der Teamsitzung ihre Meinung äußern. Auch die Mitarbeitervertretung (MAV) bietet Raum für Rückmeldungen, z.B. in individuellen Gesprächen oder der jährlich stattfinden Mitarbeiterversammlung. Regelmäßig durchgeführte Mitarbeiterbefragungen fragen die Meinung der Mitarbeiterinnen ab. Daneben besteht die Möglichkeit auf der website von profinos unter dem Punkt „Ihre Meinung ist uns wichtig!“ Rückmeldung zu geben.

Das Schaubild zum Rückmeldemanagement wird allen Mitarbeiterinnen einrichtungsintern vorgelegt.
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Rückmeldemanagement für MitarbeiterInnen

 

3.4 Eingewöhnung

Der Eintritt in eine Kindertageseinrichtung von profinos beginnt für jedes Kind mit einer Eingewöhnungszeit. Denn unabhängig davon, in welchem Alter ein Kind in die Kindertageseinrichtung aufgenommen wird, ist es damit oft zum ersten Mal von seinen Bezugspersonen und seiner gewohnten Umgebung getrennt. Es muss sich auf neue Personen, eine neue Umgebung, neue Situationen und andere Kinder einstellen.

Der Prozess der Eingewöhnung wird, in Absprache mit den Erziehungsberechtigten, jeweils individuell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. So werden z.B. bestimmte Zeiten vereinbart, zu denen die Eltern das Kind in die Einrichtung begleiten oder Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtung das Kind zu Hause besuchen.

In Begleitung seiner Bezugspersonen lernt das Kind in einer freien, alltäglichen Atmosphäre den neuen Ort, die anderen Kinder, die Mitarbeiterinnen und die Abläufe in der Einrichtung kennen. Nur wenn die Mitarbeiterinnen zugewandt sind und ein verlässliches Bindungsangebot machen, kann das Kind sich von den Eltern lösen. Die Eingewöhnung ist erst abgeschlossen, wenn das Kind signalisiert, dass es sich wohl fühlt und die Tagesstätte als neuen Lebensort angenommen hat. Damit ist der Start in eine unbeschwerte, freudvolle und lehrreiche Zeit möglich.

Unsere Haltung ist an die Bindungstheorie von John Bowlby angelehnt. (9)
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9 John Bowlby, Bindung als sichere Basis: Grundlagen und Anwendung der Bildungstheorie, 2014.

 

3.5 Religionspädagogik

Der katholische Glaube ist in den profinos Kindertageseinrichtungen fester Bestandteil des Alltags. In einer kindgemäßen Weise werden die Kinder über Symbole, Bilder und Geschichten des Glaubens hingeführt zu Inhalten, wie sie sich z.B. in den Festen und Bräuchen der Kirche ausdrücken. Katholische Feste werden gefeiert, es wird zu unterschiedlichen Anlässen gemeinsam gebetet und mit den Kindern werden regelmäßig gemeinsame Gottesdienste gefeiert; außerdem arbeiten die Einrichtungen eng mit der Pfarre vor Ort zusammen.

profinos orientieret sich an den Werten und Leitlinien des christlichen Menschenbildes. Die Kinder sollen in einer Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit und der Sicherheit aufwachsen und leben. Die Achtung der besonderen Individualität jedes Kindes und seiner Familie prägt daher entscheidend die alltägliche pädagogische Arbeit.

 

3.6 Sexualpädagogik

profinos betrachtet die kindliche Sexualität als einen integralen Bestandteil des Alltags in den Einrichtungen und einen Prozess, welcher sich über die gesamte kindliche Entwicklung vollzieht. Dieser umfasst sowohl die kindgerechte und sachliche Antwort auf Fragen der Kinder als auch das Lernen durch Beobachtung sowie Analyse von Wort und Reaktion. Der Umgang mit Gefühlen, die Gestaltung von Beziehungen, die Kommunikation über Sexualität, der Umgang mit kindlichen Erkundungsverhalten - all das wirkt auf das Kind und prägt seine Entwicklung. Daher ist es profinos wichtig, sich in einem ergänzenden Konzept zu diesem Entwicklungsbereich zu positionieren und MitarbeiterInnen und Eltern eine wichtige Orientierung im Umgang mit der Sexualität des Kindes zu bieten.

Das sexualpädagogische Konzept von profinos finden Sie hier.

 

3.7 Inklusion

Für die katholischen Kindertageseinrichtungen von profinos bedeutet Inklusion ein selbstverständliches Miteinander. Zu diesem Miteinander zählen Kinder aller Altersstufen, jeglicher Herkunft, beiderlei Geschlechter, unterschiedlichster Religionen und individuellen Interessen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Förderbedarfen.

Die Kinder kommen in den Einrichtungen mit unterschiedlichen Sprachen in Berührung, sie lernen verschiedene gesellschaftliche Werte, andere Lebensperspektiven und -möglichkeiten kennen. Die Reichhaltigkeit an Individualität birgt besonders Vorteile hinsichtlich des sozialen Miteinanders, bei Spiel- und Alltagsinteraktionen und des Nachahmungslernens. Indem den Kindern Unterschiede bewusst werden, sehen sie Aspekte des eigenen Glaubens und der eigenen Kultur deutlicher.

Gleichzeitig stellt die Vielfalt an Unterschiedlichkeit eine Herausforderung für alle dar, denn es ist das gemeinsame Ziel, Bedingungen zu schaffen, welche ein solches Miteinander aller möglich machen. Es gilt, die lebendige Vielfalt aller Kinder so zu organisieren, dass sie inklusiv wirksam werden kann, in dem jeder mit seinen Fähigkeiten und Besonderheiten willkommen ist.

Im Zuge der Inklusion sollen alle Kinder die Möglichkeit erhalten, in ihrer Einrichtung fachlich gut und qualifiziert begleitet und gefördert zu werden. Darum realisiert profinos aktiv dieses wertvolle Konzept der Inklusion, beispielsweise durch Strukturveränderungen und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen.

Darüber hinaus gibt es Einrichtungen, die Inklusion bereits seit mehreren Jahren als einen Schwerpunkt leben und sowohl fachlich als auch räumlich und materiell darauf ausgelegt sind. Diese Einrichtungen verfügen bereits über ein breites Netzwerk an Kooperationspartnern und Unterstützungs- bzw. Beratungsmöglichkeiten. Die Teams sind multiprofessionell aufgestellt und dem Bedarf entsprechend fortgebildet.

profinos ist es ein Anliegen, diese „Schwerpunkt-Einrichtungen“ mitsamt ihren Kompetenzen, Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erhalten und sowohl Kindern, als auch Eltern und Mitarbeiterinnen davon profitieren zu lassen.

 

3.8 Betreuung von Kindern unter drei Jahren

Seit dem Kindergartenjahr 2016/2017 verfügen alle Kindertageseinrichtungen über ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Dies bedeutet, dass die Kitas sowohl räumlich und materiell, als auch fachlich qualifiziert auf die besonderen Bedürfnisse der jüngeren Kinder ausgerichtet sind. So verfügen alle Einrichtungen über eine Schlaf- und Wickelmöglichkeit, über altersentsprechende und entwicklungsunterstützende Materialien und über entsprechend fortgebildete Mitarbeiterinnen.

Der Tagesablauf in der Arbeit mit Kindern unter drei Jahren orientiert sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und wird entsprechend flexibel gestaltet. Alltäglich wiederkehrende Situationen, wie z.B. Wickeln, Schlafen/Ruhen, Essen und Spielen werden im Alltag individuell ermöglicht. Gleichzeitig achten die Mitarbeiterinnen auf eine haltgebende Struktur mit festen Abläufen im Tagesablauf und vertrautem Personal, um den Kindern die bestmögliche Sicherheit geben zu können.

Die Mitarbeiterinnen und die Eltern arbeiten eng zusammen, insbesondere in der Eingewöhnungsphase, um die optimalen Bedingungen für das Kind zu schaffen.

3.9 Offene Arbeit

In den Kindertageseinrichtungen von profinos wird mehr und mehr das Prinzip der offenen Arbeit mit den Kindern gelebt. Dieses Konzept basiert insbesondere auf die grundlegenden Haltung, die pädagogische Arbeit an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Für die MitarbeiterInnen bedeutet dies Loslassen von bestehenden Strukturen und eine Umstrukturierung
der bisherigen Arbeit. Die kindliche Selbstbestimmung wird gefördert und das Streben nach Eigenverantwortung unterstützt.
Die früher gebräuchliche Praxis, in festen Gruppen zu arbeiten, löst sich zunehmend auf und wird ersetzt durch übergreifende, kindorientierte Arbeit in Funktionsräumen und Spielgruppen, welche die Kinder frei wählen können. Die MitarbeiterInnen bieten Projekte entsprechend der Wünsche und Beobachtungen der Kinder an und binden diese nach Möglichkeit in die Planung und Gestaltung dieser ein. In diesem Rahmen verstehen die MitarbeiterInnen ihre Funktion als eine begleitenden, beratende und unterstützende. Sie geben geeignete Strukturen vor, in denen sich die Kinder frei und selbst bestimmt bewegen können. Dadurch wird die natürliche Anlage des Kindes, lernen zu wollen. positiv und ohne Druck unterstützt. Die Kinder können sich im gesetzten Rahmen frei entwickeln und dabei angemessen zu ihrer Zone der nächsten Entwicklung begleitet und unterstützt werden.
Die offene Arbeit ist ein partizipatives Konzept und zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten pädagogischen Alltag.

3.10 Alltagsintegrierte sprachliche Bildung

Zur Erfüllung des Bildungsauftrages gehört die kontinuierliche Förderung der Sprachentwicklung des Kindes (§ 13 Abs. 6 KiBiz).
Die sprachliche und systematische Unterstützung und Begleitung der Kinder erfolgt alltagsintegriert, d.h. eingebettet in das alltägliche Geschehen in der Kindertageseinrichtung. Durch vielfältige Angebote und Methoden wird in den Einrichtungen Sprache spielerisch gelernt. Die Aufgabe der Fachkräfte besteht darin, im Alltag ein anregendes sprachliches Umfeld zu schaffen.

Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung findet jederzeit statt, d.h. beim Frühstücken, in Wickelsituationen, beim Freispiel usw. Weitere Sprachanlässe werden durch regelmäßige Angebote z.B. im Morgenkreis oder durch Bilderbuchbetrachtungen geschaffen. Die Angebote orientieren sich an Alter, Entwicklungsstand und Interessen der Kinder. Jedes Kind wird in seiner Individualität wahrgenommen.

Die Mitarbeiterinnen bemühen sich um eine deutliche Aussprache (Sprachvorbild) sowie langsames, ausdrucksvolles Sprechen in ganzen Sätzen. Die Kinder werden ernst genommen und beim Gespräch wird Blickkontakt gehalten. Das Handeln von den Mitarbeiterinnen wird von Gestik und Mimik begleitet. In der Kommunikation werden die Fähigkeiten „zuhören“ und „ausreden lassen“ gefördert. Weitere Kommunikationsregeln wie „bitte“ und „danke“ sagen, werden gelernt. Darüber hinaus wird auf die Vermittlung von Werten wie Höflichkeit, Respekt und Toleranz geachtet.

Aktionsbegleitendes Sprechen bei Aktivitäten z.B. Frühstück und Mittagessen trägt zur Sprachförderung bei. Genauso wird Wert auf Rituale und Wiederholungen gelegt, damit die Kinder Gelerntes verinnerlichen können.

Die Gestaltung der Räumlichkeiten und Materialien wird so gewählt, dass vielfältige und abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten und somit Sprachanlässe geschaffen werden. Die Umgebung soll dabei sprachanregend wirken und Impulse zu Dialogen setzen.

Besteht individueller Förderbedarf, so kann einem Kind in Kleingruppen oder in Einzelförderung besondere Unterstützung zu Teil werden.

Die Kinder erfahren Wertschätzung und Zuwendung. Auf dieser Basis kann sich das Kind frei entfalten und sprachlich ausprobieren.

In der Einrichtung herrscht eine Vielfalt an verschiedenen Sprachen. Ein respektvoller und offener Umgang mit anderen Sprachen und Nationalitäten wird angestrebt. Die Erst- und Zweitsprache gehen nicht miteinander in Konkurrenz, sondern werden als sich gegenseitig verstärkende Faktoren anerkannt.

Die pädagogischen Fachkräfte werden im Hinblick auf alltagsintegrierte Sprachbildung qualifiziert. Hierzu gehören ein fundiertes Wissen zur Sprachentwicklung des Kindes, die Reflexion des eigenen Sprachhandelns und der sprachlichen Potentiale des Kita-Alltags sowie kollegialer Austausch zur sprachlichen Bildung.

Die Sprachkompetenzen der Kinder werden in realen Alltagssituationen beobachtet und, mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten, jährlich in einem kindbezogenen „BaSik-Beobachtungsbogen“ dokumentiert. Ziel dieser Beobachtung ist es, sprachbildende Impulse abzuleiten und im pädagogischen Alltag aufzugreifen. Alle Einrichtungen wurden entsprechend geschult. (10)

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10 BaSiK = Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen

 

3.11 Gemeinsames Essen

Gemeinsame Mahlzeiten tragen zum gesundheitlichen und sozialen Wohlbefinden bei. Dabei orientieren sich die Einrichtungen an den Qualitätsstandards der deutschen Gesellschaft für Ernährung. Darüber hinaus werden spezielle Erfordernisse an Ernährung aus gesundheitlichen (z.B. Diabetes) oder religiösen (z.B. kein Schweinefleisch) Gründen der Kinder beachtet.

Essen meint jedoch mehr als nur Nahrungsaufnahme, vielmehr bedeutet es Gemeinschaft, unabhängig davon ob es in Buffetform oder als gemeinsame Mahlzeit angeboten wird Essen als Ort der Interaktion, der Kommunikation, der Autonomieentwicklung und der Anregung sensomotorischer Erfahrungen nimmt in den Einrichtungen einen hohen Stellenwert ein.
Mahlzeiten dienen nicht nur der Sättigung, sondern wirken als „Lernorte“. Das gemeinsame Essen bietet den Kindern die Möglichkeit mehrere Kompetenzen zu erwerben:

 
  • physiologische Kompetenzen: z.B. Training der Zunge

  • feinmotorische Kompetenzen: z.B. Auge-Hand-Mund-Koordination

  • sinnliche Kompetenzen: z.B. schmecken, riechen, fühlen und sehen

  • naturwissenschaftliche Kompetenzen: z.B. Erfassen von Mengen und Gewichten

  • sprachliche Kompetenzen: z.B. Teilhabe am Tischgespräch

  • soziale Kompetenzen: z.B. Teilhabe an Gemeinschaft

  • personale Kompetenz: z.B. Selbstregulation bei Körpersignalen wie Hunger und Durst

Gemeinsam Essen stärkt das Wohlbefinden und den Zusammenhalt der Gruppe. Die Kinder lernen beim gemeinsamen Essen einen achtsamen Umgang miteinander. Sie trainieren Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Sie können ihre Selbstwirksamkeit beispielsweise erleben, in dem sie selber ein Butterbrot streichen. Auch die Übernahme von Verantwortung und Pflichten wird eingeübt, indem die Kinder eigenständig den Tisch decken oder das Geschirr abräumen. Die Kinder erlernen Tischsitten und -rituale wie Teilen und Abwarten. Klare Abläufe und Regeln bieten den Kindern Orientierung und geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Der Wert des Essens wird schätzen gelernt und der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln wird eingeübt. Vor der Mahlzeit wird ein gemeinsames Gebet gesprochen.

Die pädagogischen Fachkräfte nehmen beim gemeinsamen Essen eine unterstützende und begleitende Haltung ein. Wertschätzung und Entwicklungsbegleitung ohne aktiven „Eingriff“ steht im Vordergrund. Sie beachten die individuellen Kompetenzen der Kinder und bereiten daraus resultierend ein förderliches Umfeld vor, indem sie z.B. entwicklungsangemessenes Besteck anbieten. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen gemeinsam mit den Kindern das Essen ein und sind sich dabei ihrer Vorbildwirkung bewusst. Sie achten die individuellen Werte jedes einzelnen Kindes und bauen auf deren bisherigen Erfahrungen auf. Soweit möglich wird den Kindern ein Mitspracherecht bei der Erstellung des Speiseplans und der Gestaltung der gemeinsamen Mahlzeiten eingeräumt und ein Feedback zur Zufriedenheit mit den Mahlzeiten eingeholt. Auf eine ansprechende Präsentation des Verpflegungsangebotes wird geachtet.

Neben der Zusammenarbeit der Geschäftsstelle mit den Einrichtungen und der Zusammenarbeit innerhalb der Teams haben sich bei profinos noch weitere Strukturen der Zusammenarbeit gebildet.

4.1 Gesamtkonferenzen

Innerhalb eines Kindergartenjahres werden vier Gesamtkonferenzen jeweils über einen Tag abgehalten. Dort stimmen sich der Geschäftsführer, die Mitarbeiterinnen der Fachbereiche und die Leiterinnen der Kindertageseinrichtungen über wichtige Themen, Prozesse und Neuerungen ab. Pädagogische Themen werden diskutiert und Formen der Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsstelle und den Einrichtungen besprochen.
Die Leitungen nutzen die Konferenzen außerdem, um mit Kolleginnen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und ein handlungsfähiges Netzwerk aufzubauen.

 

4.2 Regionalkonferenzen

Um die regionale Vernetzung der Einrichtungsleiterinnen zu stärken und Raum zur kollegialen Beratung über einrichtungs- und regionsbezogene Fragestellungen zu schaffen, wurden vier Regionalkonferenzen eingerichtet. Die Teilnehmerinnen setzen sich aus den jeweiligen Leiterinnen vor Ort zusammen. Diese Konferenzen finden alle 6 bis 8 Wochen statt; die Termine legen die Leiterinnen eigenverantwortlich in Absprache fest, ebenso wie die Moderation und die Protokollführung. Die Konferenzen werden genutzt, um pädagogische Fragestellungen, Neuerungen, Fallbeispiele und Aktuelles zu besprechen und sich darüber abzustimmen.
Diese Netzwerkarbeit auch innerhalb von der Trägerschaft ist für profinos unabdingbar.

 

4.3 Ag-profi

Die „Arbeitsgemeinschaft profinos“, kurz Agprofi, ist ein internes Gremium, welches aus 4 Einrichtungsleiterinnen und der pädagogischen Leitung besteht. Dieses Gremium trifft sich viermal jährlich, um sich zu strukturellen Fragen, pädagogischen Prozessen und Inhalten zu beraten. Die Einrichtungsleiterinnen agieren hierbei als Vertreterin der jeweiligen Regionalkonferenz. Sie übernehmen die Aufgabe, Informationen aus der Agprofi in die Regionalkonferenzen zu tragen und umgekehrt Fragen und Anregungen aus den Regionalkonferenzen in die Arbeit der Agprofi einzubringen. Somit ist der Informationsfluss zwischen allen Ebenen von profinos gewährleistet.

 

4.4 Arbeitskreise

Im Hinblick auf die professionelle Weiterentwicklung in der pädagogischen und strukturellen Arbeit bietet profinos Arbeitskreise mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an. Hier haben die Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, sich über spezifische Fragen fachlich auszutauschen und dadurch ihre eigene Arbeit zu verbessern. Mit dem Angebot von Arbeitskreisen reagiert profinos auf Bedarfe der Mitarbeiterinnen und der Einrichtungen.
Derzeit hat profinos einen Arbeitskreis zum Thema Inklusion eingerichtet, welcher je nach Bedarf von erfahrenen Einrichtungsleiterinnen in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Leitung organisiert und geleitet wird.
Außerdem hat sich ein Arbeitskreis von dienstjungen Gruppenleiterinnen zu aktuellen Bedarfen gebildet, der je nach Thematik von erfahrenen Kolleginnen oder externen Referenten geleitet wird.
Zusätzlich gibt es jeweils einen Arbeitskreis für die plusKiTa-Einrichtungen und die Sprachkitas. Diese Arbeitskreise dienen zum kollegialen Austausch und Fallbesprechungen.
Die Leiterinnen, die nach unserem Konzept „Eine Leitung für zwei Einrichtungen“ (siehe Punkt 5.5) arbeiten, bilden ebenfalls einen Arbeitskreis. Zweimal jährlich wird der aktuelle Bedarf durch die pädagogische Leitung abgefragt und entsprechend mit freiwilligen Angeboten auf diesen reagiert. Zusätzlich trifft sich die gesamte Arbeitsgruppe einmal jährlich, um das spezifische Konzept zur Umsetzung zu reflektieren und ggf. entsprechend anzupassen.

 

4.5 Eine Leitung für zwei Einrichtungen (1L/2E)

profinos ist darauf ausgelegt, dass in naher Zukunft 55 Einrichtungen zur Trägergesellschaft gehören können.
Als ein Teil der Professionalisierung von profinos wird das Modell „eine Leitung für zwei Einrichtungen“ umgesetzt. Ende 2010 wurde dieses Modell zunächst als Pilotprojekt gestartet. Aufgrund der guten Resonanz und Weiterentwicklung ist es mittlerweile ein fester Bestandteil der Konzeption. Das Modell soll in den kommenden Jahren möglichst in allen Einrichtungen umgesetzt werden.
Die Entscheidung zwei Einrichtungen zu übernehmen, wird im Einvernehmen zwischen der Geschäftsführung und den Leiterinnen getroffen. Es bedeutet auch für langjährige und erfahrene Einrichtungsleiterinnen eine neue berufliche und persönliche Herausforderung. Vom Gruppendienst in der Regel freigestellt rücken Personal- und Qualitätsentwicklung der Einrichtung in den Vordergrund. Leiterinnen beschreiben, dass sie kein „schlechtes Gewissen“ mehr haben, da sie sonst den beiden Aufgaben „Büro- und Gruppenarbeit“ kaum gerecht werden konnten. Zeitliche Ressourcen werden gebündelt für administrative Leitungsaufgaben, Gremienarbeit und Vernetzung mit anderen Institutionen. Mitarbeiterinnen berichten von neu geschaffenen Vernetzungsmöglichkeiten, die durch eine wachsende Kooperation der Einrichtungen neue Anregungen in den Alltag bringen und Synergien schaffen.
Das Modell eine Leitung für zwei Einrichtungen entspricht den Anforderungen einer modern geführten Einrichtung und bietet zahlreiche Vorteile wie den Austausch von Einrichtungsmitteln, kollegiale Fallberatung, gegenseitiger Austausch usw.
Voraussetzung für ein gutes Gelingen diese Modells ist die Vernetzung und Kooperation mehrerer Personenkreise: Träger, Leiterinnen, Mitarbeiterinnen, Eltern und andere Institutionen. Darüber hinaus ist eine klare Definition der Aufgaben und Zuständigkeiten notwendig, insbesondere von der stellvertretenden Leiterin. Transparenz und Kommunikation hinsichtlich Aufgaben der Mitarbeiterinnen, Anwesenheitszeiten und Erreichbarkeit der Leiterin, Gremien zum Austausch usw. tragen zu einem Erfolg des Modells bei.

 

4.6 Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle ist das zentrale Steuerungszentrum von profinos. Ihre Mitarbeiterinnen befassen sich mit den Aufgaben eines Trägers: Pädagogik, Personal, Finanzen und Immobilienmanagement. Sie unterstützen vor allem die Leiterinnen der einzelnen Einrichtungen bei ihren Aufgaben, darüber hinaus sind sie Ansprechpartnerinnen für alle Mitarbeiterinnen.

 

4.7 Mitarbeitervertretung (MAV)

Wie es bei der Größe der Gesellschaft gesetzlich vorgeschrieben ist, gibt es bei profinos eine Mitarbeitervertretung (MAV), die sich aus Vertreterinnen der Mitarbeiterschaft zusammensetzt. Geschäftsführung und MAV arbeiten seit der Gründung von profinos vertrauensvoll zusammen. Die Belange und Interessen der Mitarbeiterschaft werden von der MAV ausreichend wahrgenommen. Transparenz und Gespräche „auf Augenhöhe“ bilden den Grundgedanken der Zusammenarbeit und prägen sie.
Die MAV informiert alle Mitarbeiterinnen jährlich im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über ihre Aufgaben und Tätigkeiten. In Absprache mit dem Dienstgeber wird diese Versammlung durch einen pädagogischen Input und ein gemütliches Beisammensein im Anschluss erweitert.

Professionelles Arbeiten ist möglich, wenn die Mitarbeiterinnen gut geschult sind, die Rahmenbedingungen stimmen und ihnen die Arbeit Freude macht. Darum legt profinos großen Wert auf eine gute Personalführung und -entwicklung, die diese Faktoren im Blick hat. Jeder Mensch verfügt über individuelle Stärken – unabhängig von Geschlecht und Alter. Diese Stärken gilt es aufzudecken und zu fördern.

profinos ist es wichtig, dass Leiterinnen und Mitarbeiterinnen befähigt werden, an Entscheidungsprozessen aktiv mitzuwirken und diese auch mitzutragen. Durch Fortbildung, Coaching und Supervision wird die Professionalität gesteigert, wodurch sich die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit von Leiterinnen und Mitarbeiterinnen erhöht.

Ein weiteres wichtiges Instrument sind Personalentwicklungsgespräche, die mit allen Mitarbeiterinnen jährlich geführt werden.

 

5.1 Ausbildung

profinos legt sehr großen Wert auf die Ausbildung neuer Fachkräfte und bietet entsprechende Aus- und Orientierungsmöglichkeiten in den einzelnen Einrichtungen. Die Anzahl der Ausbildungsplätze in der Trägerschaft steigt bewusst stetig und auch die Ausbildungsvielfalt passt sich dem Ausbildungsmarkt an. Wir bieten derzeit Ausbildungsmöglichkeiten für Erzieher -praxisintegrierte Ausbildung (PiA) & schulische Ausbildung-, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger an.

Allen Auszubildenden steht ein zertifizierter Praxisanleiter mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung zur Seite, um eine gute Begleitung während der Ausbildung sicherzustellen. Zu Beginn der Ausbildung werden, in Anlehnung an das Anleitungskonzept, gemeinsam Vereinbarungen zur Zusammenarbeit getroffen und schriftlich fixiert. Diese umfassen beispielsweise die Regelmäßigkeit und Inhalte der Anleitungsgespräche, welche ein fester Bestandteil im Dienstplan sind.

Ebenso wird ein individueller Ausbildungsplan erstellt, welcher konkrete Ziele und Vorhaben umfasst, beispielsweise welche Bereiche und Kompetenzen (weiter)entwickelt werden sollen.

Im Vordergrund steht eine Lernkultur, die zum Fragen anregt, Antworten ermöglicht und das gegenseitige Lernen voneinander fördert.

Das Bestreben von profinos ist es, die Auszubildenden, nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung, in der Trägerschaft zu halten und weiter zu beschäftigen.

5.2 Teamarbeit

Um eine einheitliche Arbeitsweise im Einrichtungsteam, einen angemessenen Informationsfluss und eine transparente Arbeit im Team zu ermöglichen, kommt das Gesamt- oder Kleinteam mindestens 14-tägig zu sogenannten Teamsitzungen zusammen. In diesen werden pädagogische, strukturelle und konzeptionelle Belange der Einrichtung besprochen und festgelegt. Diese Zeiten werden intensiv genutzt, um den Alltag zu planen (z.B. katholische Feste, Geburtstage, Ausflüge, Angebote), Förderbedarfe und -möglichkeiten der Kinder zu besprechen sowie schwierige Situationen zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu finden.

In regelmäßigen Abständen findet in allen Einrichtungen eine freiwillige Mitarbeiterbefragung statt. Diese bezieht sich auf die eigene Rolle, die Arbeitsstruktur, die pädagogischen Ziele der Einrichtung sowie auf die Leitung und den Träger. Die Auswertung und Besprechung der Umfrage findet im Team statt, ebenso wie eine darauf aufbauende Festlegung von Themen, an denen künftig gearbeitet werden soll. Der Träger erhält über diese Kenntnis.
Im Laufe eines Kindergartenjahres finden in jeder Einrichtung mindestens ein Teamtag statt. Diese Tage orientieren sich thematisch an den Bedarfen der Mitarbeiterinnen bzw. an denen, die sich aus Umstellungsprozessen in der Einrichtung ergeben. Sie werden entweder von einer externen Person oder von einer fachkundigen Leitung von profinos strukturiert und lösungsorientiert begleitet. Damit wird eine kontinuierliche Fortschreibung der Konzeption in den Einrichtungen und eine einheitliche Arbeitsweise im Team gewährleistet.

Einmal im Jahr findet zudem ein einrichtungsinterner Betriebsausflug statt. Alle zwei Jahre wird zusätzlich ein großer Betriebsausflug mit allen Mitarbeiterinnen der Einrichtungen und der Geschäftsstelle angeboten.

 


5.3 Personalentwicklungsgespräche

Einmal jährlich finden mit allen Mitarbeiterinnen Personalentwicklungsgespräche statt. Für die Durchführung dieser mit den Leitungen ist die pädagogische Leitung verantwortlich. Für die Durchführung dieser mit den Mitarbeiterinnen ist die jeweilige Einrichtungsleiterin verantwortlich.

Das Personalentwicklungsgespräch findet auf Grundlage eines vorab bekannten Orientierungsleitfaden statt und bietet jeder Mitarbeiterin die Chance, an einer Verbesserung der Zusammenarbeit und der Arbeitsqualität mitzuwirken.

Alle Inhalte und Aufzeichnungen des Gesprächs werden beidseitig vertraulich behandelt und zum darauffolgenden Gespräch wieder hinzugenommen.

5.4 Fort- und Weiterbildung

profinos möchte in der Arbeit mit den Kindern ein hohes Maß an Professionalität sicherstellen. Um Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen Menschen zu erziehen, werden selbstbewusste und eigenständige Erwachsene benötigt, die sie auf ihrem Weg begleiten. Darum besuchen die profinos Mitarbeiterinnen regelmäßig Fort- und Weiterbildungen. Dadurch werden sie z.B. in Bezug auf neue pädagogische Konzepte geschult, erwerben neues Fachwissen für ihre alltäglichen Angebote, erlernen neue Methoden der Mitarbeiter- oder Praktikantenführung, und nicht zuletzt reifen sie in ihrer Persönlichkeit.

Der Bedarf für Fort- und Weiterbildung wird in Absprache zwischen Einrichtungsleiterin und Mitarbeiterinnen im Personalentwicklungsgespräch festgelegt. Auf den Ergebnissen aufbauend erstellt die Einrichtungsleiterin eine Fortbildungsplanung für das Kindergartenjahr, welche mit der pädagogischen Leitung abgestimmt wird und den Rahmenbedingungen entsprechend umgesetzt wird.

 

5.5 Supervision

Die Arbeit mit Menschen und die steigende Komplexität der Arbeit erfordern ein hohes Maß an Reflexionsfähigkeit. Deshalb ist ein weiterer wichtiger Faktor für profinos die Reflexion der eigenen Arbeit und Person in der Supervision. „Supervision ist ein wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes Konzept für personen- und organisationsbezogene Beratungstätigkeiten in der Arbeitswelt.“ (11) profinos setzt die Bereitschaft zu einer solchen Reflexion voraus und bietet dazu Team- und Einzelsupervision an. Hier werden eigene Äußerungen, Prozesse, Themen und Schwierigkeiten beleuchtet sowie die eigene Reflexion mit Hilfe eines Supervisors in eine positive Richtung geleitet.
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11 http://www.dgsv.de/2010/04/qualitätsrahmen-supervision-und-beratung, (Aufruf 08.03.2013)

Nachdem Bischof Heinrich Mussinghoff am 26.06.2009 eine Neustrukturierung der Kindergartenlandschaft im Bistum Aachen beschlossen hat, gab Generalvikar Manfred von Holtum im Herbst 2009 als Gesellschaftsform für die neuen großen Träger eine gemeinnützige GmbH vor. Entsprechend gründeten am 18.11.2009 insgesamt 29 Kirchengemeinden aus den beiden Regionen Düren und Eifel zusammen mit dem Kirchengemeindeverband Düren-Eifel die „Trägergesellschaft für katholische Kindertageseinrichtungen in den Regionen Düren und Eifel“, die 2010 umbenannt wurde in „profinos“. Mittlerweile ist profinos für 39 Kindertageseinrichtungen verantwortlich.

6.1 Die Gesellschafter

Gesellschafter und somit die „Basisinstanz“ von profinos sind nach dem Gesellschaftsvertrag die Kirchengemeinden aus den beiden Regionen Düren und Eifel, die zuvor als Träger tätig gewesen waren. Diese Struktur ist insofern enorm wichtig, als profinos keine von der pfarrgemeindlichen Struktur vor Ort losgelöste Gesellschaft ist, sondern mit dieser weiterhin intensiv vernetzt bleibt.

Die Gesellschafterversammlung ist für alle Aufgaben zuständig, die ihr durch Gesetz und Gesellschaftsvertrag zugewiesen sind, insbesondere für Änderungen des Gesellschaftsvertrags, die Feststellung des Jahresabschlusses, die Entlastung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung sowie die Wahl der Mitglieder, des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates.

6.2 Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus bis zu neun Mitgliedern, die von der Gesellschafterversammlung gewählt werden. Um eine Kontinuität in der Arbeit des Aufsichtsrates zu gewährleisten, wird alle zwei Jahre jeweils die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder neu gewählt. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen der römisch-katholischen Kirche angehören. Ihre Amtsdauer beträgt grundsätzlich vier Jahre.

Die Gesellschafterversammlung hat für den Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung erlassen. Darin sind die Grenzen zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat, zustimmungspflichtige Vorgänge und die Arbeitsteilung zwischen den drei Ausschüssen Personal, Finanzen und Immobilien beschrieben.

6.3 Supervision

Der Beirat unterstützt und berät die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat in familien- und jugendpolitischen, pädagogischen und religionspädagogischen Fragen. Er besteht aus bis zu fünf Personen aus dem Bereich der Wissenschaft, der Lehre, der pädagogischen Praxis, die vom Aufsichtsrat für die Dauer von vier Jahren gewählt werden.

 

6.4 Die Geschäftsführung

Die Geschäftsführung vertritt die Gesellschaft. Sie ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der Gesellschaft zuständig, soweit diese nicht durch den Gesellschaftsvertrag oder das Gesetz einem anderen Organ der Gesellschaft übertragen sind. Derzeit wird die Geschäftsführung von einem Geschäftsführer ausgeübt, der für die Führung der laufenden Geschäfte verantwortlich ist und in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat an der strategischen Planung mitwirkt. Unterstützt wird die Geschäftsführung durch die Geschäftsstelle.

Die profinos gem. GmbH arbeitet eng mit den Fachaufsichten und mit beratenden Kooperationspartnern zusammen.

 

7.1 Bischöfliches Generalvikariat Aachen

Der Gesellschaftsvertrag verpflichtet profinos, sich an den Zielsetzungen zu orientieren, die dem „Statut für die katholischen Tageseinrichtungen des Bistums Aachen“ in seiner jeweils gültigen Fassung zu Grunde liegen. Die Gesellschaft wendet im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse die Grundordnung des kirchlichen Dienstes und die Kirchliche Arbeitsvergütungsordnung (KAVO) sowie die Mitarbeitervertretungsordnung in ihrer jeweils gültigen Fassung an, die vom Bischof von Aachen in Kraft gesetzt wurde. profinos unterstellt sich der Aufsicht des Bischofs von Aachen, die nach den Bestimmungen des Kirchenrechts über kirchliche Vereinigungen ausgeübt wird.

 

7.2 Diözesan-Caritasverband für das Bistum Aachen

Als Fachberatung steht dem Träger und den einzelnen Einrichtungen eine Mitarbeiterin des Diözesan-Caritasverbands Aachen zur Seite. An diese können sich die Mitarbeiterinnen mit allen Fragen und Belangen, die ihre Arbeit betreffen, wenden. Neben bedarfsorientierten Einrichtungsbesuchen finden jährliche Perspektivgespräche zwischen der Fachberatung, der Einrichtungsleitung und der pädagogischen Leitung statt.

Daneben finden zwischen Fachberatung und pädagogischer Leitung quartalsweise Turnusgespräche statt, in welchen aktuelle Themen des Trägers, der Einrichtungen oder des Caritasverbandes thematisiert und besprochen werden.

Neue Ideen, bestehende Konzepte oder erkannte Förder- bzw. Veränderungsbedarfe werden in Kooperation mit dem Caritasverband und dem Jugendamt gemeinsam besprochen und ggf. diskutiert.

 

7.3 Landschaftsverband Rheinland

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) erteilt die Betriebserlaubnisse für die Träger von Kindertageseinrichtungen. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Fachberatung des Caritasverbands überprüft er die Räumlichkeiten, das Personal und die Konzeption der Einrichtungen. Er steht dem Träger für Fragen und Beratungsbedarfe zur Verfügung und bietet regelmäßige Fachtagungen zu aktuellen fachpolitischen und pädagogischen Themen an.

 

7.4 Jugendämter der kommunalen Ebene

profinos arbeitet mit den Jugendämtern des Kreises Düren, der Stadt Düren, der Städteregion Aachen und des Kreises Euskirchen vertrauensvoll zusammen. Das Ziel ist dabei immer, die bestmögliche Situation für einzelne Kinder oder die Einrichtungen zu erreichen. Gemeinsame Planung betrifft beispielsweise die Unterbringung von Kindern, die zum Beginn des Kindergartenjahres neu in die Einrichtungen eintreten, oder die Umwandlung vom Status eines „Regelkindes“ in den eines Kindes mit besonderem Förderbedarf, damit das betreffende Kind im Rahmen einer Einzelinklusion betreut werden kann.
Auch in Fragen des Kinderschutzes steht das Jugendamt profinos als vertrauensvoller Partner zur Seite.

 

7.5 Träger von Fort- und Weiterbildungen, Supervisoren

Um ein möglichst großes Spektrum von Maßnahmen anbieten zu können, arbeitet profinos mit unterschiedlichen Anbietern (z.B. das Kath. Bildungsforum Düren, mehreren Supervisoren & Referenten aus den Regionen) zusammen. Gemeinsam mit den Anbietern entwickelt profinos immer wieder neue Ideen und Angebote, um die größtmögliche Professionalität zu erzeugen.