3. Pädagogische Grundsätze und Ziele

Die Einrichtungen von profinos sind sehr vielfältig. Durch ihre verschiedenen Standorte im Großraum Jülich, Düren und Eifel sind die örtlichen Strukturen unterschiedlich; zudem hat jede Einrichtung ihre individuellen Besonderheiten sowie eigene Ansprüche und Schwerpunkte in der pädagogischen Arbeit. Das Gesamtkonzept beschreibt die pädagogischen und strukturellen Richtlinien der profinos gem. GmbH , die für alle Kindertageseinrichtungen verbindlich gelten und sich im Konzept und im Handeln jeder Einrichtung wiederfinden. Darüber hinaus ist es profinos ein Anliegen, die Vielfältigkeit der Einrichtungen zu wahren und ihnen ihre jeweilige Identität zu belassen. Wie die beschriebenen Richtlinien konkret umgesetzt werden, entscheidet jeweils die Leitung der Kindertagesstätte in Zusammenarbeit mit ihrem Team. Die Teams können aus den vielfältigen pädagogischen Konzepten und Modellen diejenigen auswählen, die für die eigene Einrichtung am besten geeignet sind, und sie in ihrer jeweiligen Konzeption entsprechend verankern.

3.1 Zusammenarbeit

Eltern sind die Experten ihrer Kinder und die wichtigsten Partner in der Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften von profinos. Ein offener und ehrlicher Umgang miteinander stellt die Basis einer gelingenden Erziehungspartnerschaft dar, im Rahmen welcher man sich stets zum Wohle des Kindes austauscht, berät und unterstützt.

Zusammenarbeit mit den Eltern bedeutet für profinos, den Alltag und die Entwicklung des Kindes in beiden Lebensräumen möglichst transparent zu machen.

Den Eltern wird die Möglichkeit gegeben, sich mit ihren Erfahrungen, Ressourcen und eigenen Vorstellungen einzubringen. Sie können sich am Leben in den Einrichtungen aktiv beteiligen und bei der Elternversammlung, im Elternbeirat und im Rat der Tageseinrichtung an den Strukturen des Alltags mitwirken.

Darüber hinaus bestehen weitere Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern wie Hausbesuche, Hospitationen, Entwicklungsgespräche, Eltern-Kind-Aktionen und Elternberatung im Bedarfsfall. Aus unterschiedlichen Bedarfen und Erwartungen der Familien ergeben sich eine Vielzahl an weiteren möglichen Angeboten und Formen der Elternzusammenarbeit, welche in den Einrichtungen individuell gestaltet werden. (8)
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8 Nähere Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre "Für das Kind-die katholische Kindertageseinrichtung".

3.2 Rückmeldemanagement für Eltern

Genau wie Kinder haben auch Eltern das Recht eine Rückmeldung zu geben. Dieses Recht beinhaltet neben der Äußerung von Wünschen und positivem Feedback, auch die Äußerung von Beschwerden. Beschwerden werden als konstruktiv wahrgenommen, um die Arbeit in den Einrichtungen zu verbessern. Jede Beschwerde wird ernst genommen. Ein sachlicher und angemessener Umgang mit der Beschwerde ist maßgeblich.

Beschwerden werden intern an den entsprechenden Ansprechpartner weitergeleitet und die weitere Vorgehensweise wird beraten. Je nach Anliegen werden interne und externe Personen zur Klärung hinzugezogen. Bei einrichtungsbezogenen Beschwerden an den Träger erfolgt grundsätzlich eine Information an die Einrichtungsleiterin.

Ansprechpartner für Rückmeldungen sind die Mitarbeiterinnen vor Ort, die Einrichtungsleiterin oder der Träger. Die Rückmeldung kann in einem persönlichen Gespräch, telefonisch, per mail oder postalisch angebracht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sich an den Elternrat zu wenden oder eine Rückmeldung im Rahmen eines Elternabends vorzubringen. Zusätzlich kann man auf der profinos website unter dem Punkt „Ihre Meinung ist uns wichtig!“ seine Meinung kund tun. Regelmäßig durchgeführte Elternbefragungen tragen ebenfalls dazu ein, die Meinung der Eltern abzufragen. Im Eingangsbereich jeder Einrichtung findet man ein Schaubild, in dem die unterschiedlichen Rückmeldemöglichkeiten dargestellt sind.
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Rückmeldemanagement für Eltern

3.3 Rückmeldemanagement für MitarbeiterInnen

Die Rückmeldungen der Mitarbeiterinnen sind für profinos wichtig. Hierdurch wird eine optimale Grundlage zur Weiterentwicklung der Einrichtung geschafften und zur Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen beigetragen. Konstruktive Kritik wird ernst genommen und als Chance zur Veränderung gesehen. Rückmeldungen werden zeitnah bearbeitet und den Beteiligten zurück gekoppelt.

Ansprechpartner bei Rückmeldungen von Mitarbeiterinnen sind die Leiterinnen, der Träger und die Mitarbeitervertretung (MAV).

Rückmeldungen können auf unterschiedlichen Wegen gegeben werden, per mail, postalisch und in einem telefonischen oder persönlichen Gespräch. Darüber hinaus können die Mitarbeiterinnen im jährlichen Personalentwicklungsgespräch sowie in der Teamsitzung ihre Meinung äußern. Auch die Mitarbeitervertretung (MAV) bietet Raum für Rückmeldungen, z.B. in individuellen Gesprächen oder der jährlich stattfinden Mitarbeiterversammlung. Regelmäßig durchgeführte Mitarbeiterbefragungen fragen die Meinung der Mitarbeiterinnen ab. Daneben besteht die Möglichkeit auf der website von profinos unter dem Punkt „Ihre Meinung ist uns wichtig!“ Rückmeldung zu geben.

Das Schaubild zum Rückmeldemanagement wird allen Mitarbeiterinnen einrichtungsintern vorgelegt.
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Rückmeldemanagement für MitarbeiterInnen

3.4 Eingewöhnung

Der Eintritt in eine Kindertageseinrichtung von profinos beginnt für jedes Kind mit einer Eingewöhnungszeit. Denn unabhängig davon, in welchem Alter ein Kind in die Kindertageseinrichtung aufgenommen wird, ist es damit oft zum ersten Mal von seinen Bezugspersonen und seiner gewohnten Umgebung getrennt. Es muss sich auf neue Personen, eine neue Umgebung, neue Situationen und andere Kinder einstellen.

Der Prozess der Eingewöhnung wird, in Absprache mit den Erziehungsberechtigten, jeweils individuell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. So werden z.B. bestimmte Zeiten vereinbart, zu denen die Eltern das Kind in die Einrichtung begleiten oder Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtung das Kind zu Hause besuchen.

In Begleitung seiner Bezugspersonen lernt das Kind in einer freien, alltäglichen Atmosphäre den neuen Ort, die anderen Kinder, die Mitarbeiterinnen und die Abläufe in der Einrichtung kennen. Nur wenn die Mitarbeiterinnen zugewandt sind und ein verlässliches Bindungsangebot machen, kann das Kind sich von den Eltern lösen. Die Eingewöhnung ist erst abgeschlossen, wenn das Kind signalisiert, dass es sich wohl fühlt und die Tagesstätte als neuen Lebensort angenommen hat. Damit ist der Start in eine unbeschwerte, freudvolle und lehrreiche Zeit möglich.

Unsere Haltung ist an die Bindungstheorie von John Bowlby angelehnt. (9)
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9 John Bowlby, Bindung als sichere Basis: Grundlagen und Anwendung der Bildungstheorie, 2014.

3.5 Religionspädagogik

Der katholische Glaube ist in den profinos Kindertageseinrichtungen fester Bestandteil des Alltags. In einer kindgemäßen Weise werden die Kinder über Symbole, Bilder und Geschichten des Glaubens hingeführt zu Inhalten, wie sie sich z.B. in den Festen und Bräuchen der Kirche ausdrücken. Katholische Feste werden gefeiert, es wird zu unterschiedlichen Anlässen gemeinsam gebetet und mit den Kindern werden regelmäßig gemeinsame Gottesdienste gefeiert; außerdem arbeiten die Einrichtungen eng mit der Pfarre vor Ort zusammen.

profinos orientieret sich an den Werten und Leitlinien des christlichen Menschenbildes. Die Kinder sollen in einer Atmosphäre des Vertrauens, der Geborgenheit und der Sicherheit aufwachsen und leben. Die Achtung der besonderen Individualität jedes Kindes und seiner Familie prägt daher entscheidend die alltägliche pädagogische Arbeit.

3.6 Sexualpädagogik

profinos betrachtet die kindliche Sexualität als einen integralen Bestandteil des Alltags in den Einrichtungen und einen Prozess, welcher sich über die gesamte kindliche Entwicklung vollzieht. Dieser umfasst sowohl die kindgerechte und sachliche Antwort auf Fragen der Kinder als auch das Lernen durch Beobachtung sowie Analyse von Wort und Reaktion. Der Umgang mit Gefühlen, die Gestaltung von Beziehungen, die Kommunikation über Sexualität, der Umgang mit kindlichen Erkundungsverhalten - all das wirkt auf das Kind und prägt seine Entwicklung. Daher ist es profinos wichtig, sich in einem ergänzenden Konzept zu diesem Entwicklungsbereich zu positionieren und MitarbeiterInnen und Eltern eine wichtige Orientierung im Umgang mit der Sexualität des Kindes zu bieten.

3.6 Inklusion

Für die katholischen Kindertageseinrichtungen von profinos bedeutet Inklusion ein selbstverständliches Miteinander. Zu diesem Miteinander zählen Kinder aller Altersstufen, jeglicher Herkunft, beiderlei Geschlechter, unterschiedlichster Religionen und individuellen Interessen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Förderbedarfen.

Die Kinder kommen in den Einrichtungen mit unterschiedlichen Sprachen in Berührung, sie lernen verschiedene gesellschaftliche Werte, andere Lebensperspektiven und -möglichkeiten kennen. Die Reichhaltigkeit an Individualität birgt besonders Vorteile hinsichtlich des sozialen Miteinanders, bei Spiel- und Alltagsinteraktionen und des Nachahmungslernens. Indem den Kindern Unterschiede bewusst werden, sehen sie Aspekte des eigenen Glaubens und der eigenen Kultur deutlicher.

Gleichzeitig stellt die Vielfalt an Unterschiedlichkeit eine Herausforderung für alle dar, denn es ist das gemeinsame Ziel, Bedingungen zu schaffen, welche ein solches Miteinander aller möglich machen. Es gilt, die lebendige Vielfalt aller Kinder so zu organisieren, dass sie inklusiv wirksam werden kann, in dem jeder mit seinen Fähigkeiten und Besonderheiten willkommen ist.

Im Zuge der Inklusion sollen alle Kinder die Möglichkeit erhalten, in ihrer Einrichtung fachlich gut und qualifiziert begleitet und gefördert zu werden. Darum realisiert profinos aktiv dieses wertvolle Konzept der Inklusion, beispielsweise durch Strukturveränderungen und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen.

Darüber hinaus gibt es Einrichtungen, die Inklusion bereits seit mehreren Jahren als einen Schwerpunkt leben und sowohl fachlich als auch räumlich und materiell darauf ausgelegt sind. Diese Einrichtungen verfügen bereits über ein breites Netzwerk an Kooperationspartnern und Unterstützungs- bzw. Beratungsmöglichkeiten. Die Teams sind multiprofessionell aufgestellt und dem Bedarf entsprechend fortgebildet.

profinos ist es ein Anliegen, diese „Schwerpunkt-Einrichtungen“ mitsamt ihren Kompetenzen, Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erhalten und sowohl Kindern, als auch Eltern und Mitarbeiterinnen davon profitieren zu lassen.

3.8 Betreuung von Kindern unter drei Jahren

Seit dem Kindergartenjahr 2016/2017 verfügen alle Kindertageseinrichtungen über ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren. Dies bedeutet, dass die Kitas sowohl räumlich und materiell, als auch fachlich qualifiziert auf die besonderen Bedürfnisse der jüngeren Kinder ausgerichtet sind. So verfügen alle Einrichtungen über eine Schlaf- und Wickelmöglichkeit, über altersentsprechende und entwicklungsunterstützende Materialien und über entsprechend fortgebildete Mitarbeiterinnen.

Der Tagesablauf in der Arbeit mit Kindern unter drei Jahren orientiert sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und wird entsprechend flexibel gestaltet. Alltäglich wiederkehrende Situationen, wie z.B. Wickeln, Schlafen/Ruhen, Essen und Spielen werden im Alltag individuell ermöglicht. Gleichzeitig achten die Mitarbeiterinnen auf eine haltgebende Struktur mit festen Abläufen im Tagesablauf und vertrautem Personal, um den Kindern die bestmögliche Sicherheit geben zu können.

Die Mitarbeiterinnen und die Eltern arbeiten eng zusammen, insbesondere in der Eingewöhnungsphase, um die optimalen Bedingungen für das Kind zu schaffen.




3.9 Offene Arbeit

In den Kindertageseinrichtungen von profinos wird mehr und mehr das Prinzip der offenen Arbeit mit den Kindern gelebt. Dieses Konzept basiert insbesondere auf die grundlegenden Haltung, die pädagogische Arbeit an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Für die MitarbeiterInnen bedeutet dies Loslassen von bestehenden Strukturen und eine Umstrukturierung
der bisherigen Arbeit. Die kindliche Selbstbestimmung wird gefördert und das Streben nach Eigenverantwortung unterstützt.
Die früher gebräuchliche Praxis, in festen Gruppen zu arbeiten, löst sich zunehmend auf und wird ersetzt durch übergreifende, kindorientierte Arbeit in Funktionsräumen und Spielgruppen, welche die Kinder frei wählen können. Die MitarbeiterInnen bieten Projekte entsprechend der Wünsche und Beobachtungen der Kinder an und binden diese nach Möglichkeit in die Planung und Gestaltung dieser ein. In diesem Rahmen verstehen die MitarbeiterInnen ihre Funktion als eine begleitenden, beratende und unterstützende. Sie geben geeignete Strukturen vor, in denen sich die Kinder frei und selbst bestimmt bewegen können. Dadurch wird die natürliche Anlage des Kindes, lernen zu wollen. positiv und ohne Druck unterstützt. Die Kinder können sich im gesetzten Rahmen frei entwickeln und dabei angemessen zu ihrer Zone der nächsten Entwicklung begleitet und unterstützt werden.
Die offene Arbeit ist ein partizipatives Konzept und zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten pädagogischen Alltag.

3.10 Alltagsintegrierte sprachliche Bildung

Zur Erfüllung des Bildungsauftrages gehört die kontinuierliche Förderung der Sprachentwicklung des Kindes
(§ 13 Abs. 6 KiBiz).
Die sprachliche und systematische Unterstützung und Begleitung der Kinder erfolgt alltagsintegriert, d.h. eingebettet in das alltägliche Geschehen in der Kindertageseinrichtung. Durch vielfältige Angebote und Methoden wird in den Einrichtungen Sprache spielerisch gelernt. Die Aufgabe der Fachkräfte besteht darin, im Alltag ein anregendes sprachliches Umfeld zu schaffen.

Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung findet jederzeit statt, d.h. beim Frühstücken, in Wickelsituationen, beim Freispiel usw. Weitere Sprachanlässe werden durch regelmäßige Angebote z.B. im Morgenkreis oder durch Bilderbuchbetrachtungen geschaffen. Die Angebote orientieren sich an Alter, Entwicklungsstand und Interessen der Kinder. Jedes Kind wird in seiner Individualität wahrgenommen.

Die Mitarbeiterinnen bemühen sich um eine deutliche Aussprache (Sprachvorbild) sowie langsames, ausdrucksvolles Sprechen in ganzen Sätzen. Die Kinder werden ernst genommen und beim Gespräch wird Blickkontakt gehalten. Das Handeln von den Mitarbeiterinnen wird von Gestik und Mimik begleitet. In der Kommunikation werden die Fähigkeiten „zuhören“ und „ausreden lassen“ gefördert. Weitere Kommunikationsregeln wie „bitte“ und „danke“ sagen, werden gelernt. Darüber hinaus wird auf die Vermittlung von Werten wie Höflichkeit, Respekt und Toleranz geachtet.

Aktionsbegleitendes Sprechen bei Aktivitäten z.B. Frühstück und Mittagessen trägt zur Sprachförderung bei. Genauso wird Wert auf Rituale und Wiederholungen gelegt, damit die Kinder Gelerntes verinnerlichen können.

Die Gestaltung der Räumlichkeiten und Materialien wird so gewählt, dass vielfältige und abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten und somit Sprachanlässe geschaffen werden. Die Umgebung soll dabei sprachanregend wirken und Impulse zu Dialogen setzen.

Besteht individueller Förderbedarf, so kann einem Kind in Kleingruppen oder in Einzelförderung besondere Unterstützung zu Teil werden.

Die Kinder erfahren Wertschätzung und Zuwendung. Auf dieser Basis kann sich das Kind frei entfalten und sprachlich ausprobieren.

In der Einrichtung herrscht eine Vielfalt an verschiedenen Sprachen. Ein respektvoller und offener Umgang mit anderen Sprachen und Nationalitäten wird angestrebt. Die Erst- und Zweitsprache gehen nicht miteinander in Konkurrenz, sondern werden als sich gegenseitig verstärkende Faktoren anerkannt.

Die pädagogischen Fachkräfte werden im Hinblick auf alltagsintegrierte Sprachbildung qualifiziert. Hierzu gehören ein fundiertes Wissen zur Sprachentwicklung des Kindes, die Reflexion des eigenen Sprachhandelns und der sprachlichen Potentiale des Kita-Alltags sowie kollegialer Austausch zur sprachlichen Bildung.

Die Sprachkompetenzen der Kinder werden in realen Alltagssituationen beobachtet und, mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten, jährlich in einem kindbezogenen „BaSik-Beobachtungsbogen“ dokumentiert. Ziel dieser Beobachtung ist es, sprachbildende Impulse abzuleiten und im pädagogischen Alltag aufzugreifen. Alle Einrichtungen wurden entsprechend geschult. (10)

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10 BaSiK = Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen

3.11 Gemeinsames Essen

Gemeinsame Mahlzeiten tragen zum gesundheitlichen und sozialen Wohlbefinden bei. Dabei orientieren sich die Einrichtungen an den Qualitätsstandards der deutschen Gesellschaft für Ernährung. Darüber hinaus werden spezielle Erfordernisse an Ernährung aus gesundheitlichen (z.B. Diabetes) oder religiösen (z.B. kein Schweinefleisch) Gründen der Kinder beachtet.

Essen meint jedoch mehr als nur Nahrungsaufnahme, vielmehr bedeutet es Gemeinschaft, unabhängig davon ob es in Buffetform oder als gemeinsame Mahlzeit angeboten wird Essen als Ort der Interaktion, der Kommunikation, der Autonomieentwicklung und der Anregung sensomotorischer Erfahrungen nimmt in den Einrichtungen einen hohen Stellenwert ein.
Mahlzeiten dienen nicht nur der Sättigung, sondern wirken als „Lernorte“. Das gemeinsame Essen bietet den Kindern die Möglichkeit mehrere Kompetenzen zu erwerben:

physiologische Kompetenzen: z.B. Training der Zunge

feinmotorische Kompetenzen: z.B. Auge-Hand-Mund-Koordination

sinnliche Kompetenzen: z.B. schmecken, riechen, fühlen und sehen

naturwissenschaftliche Kompetenzen: z.B. Erfassen von Mengen und Gewichten

sprachliche Kompetenzen: z.B. Teilhabe am Tischgespräch

soziale Kompetenzen: z.B. Teilhabe an Gemeinschaft

personale Kompetenz: z.B. Selbstregulation bei Körpersignalen wie Hunger und Durst

Gemeinsam Essen stärkt das Wohlbefinden und den Zusammenhalt der Gruppe. Die Kinder lernen beim gemeinsamen Essen einen achtsamen Umgang miteinander. Sie trainieren Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Sie können ihre Selbstwirksamkeit beispielsweise erleben, in dem sie selber ein Butterbrot streichen. Auch die Übernahme von Verantwortung und Pflichten wird eingeübt, indem die Kinder eigenständig den Tisch decken oder das Geschirr abräumen. Die Kinder erlernen Tischsitten und -rituale wie Teilen und Abwarten. Klare Abläufe und Regeln bieten den Kindern Orientierung und geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Der Wert des Essens wird schätzen gelernt und der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln wird eingeübt. Vor der Mahlzeit wird ein gemeinsames Gebet gesprochen.

Die pädagogischen Fachkräfte nehmen beim gemeinsamen Essen eine unterstützende und begleitende Haltung ein. Wertschätzung und Entwicklungsbegleitung ohne aktiven „Eingriff“ steht im Vordergrund. Sie beachten die individuellen Kompetenzen der Kinder und bereiten daraus resultierend ein förderliches Umfeld vor, indem sie z.B. entwicklungsangemessenes Besteck anbieten. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen gemeinsam mit den Kindern das Essen ein und sind sich dabei ihrer Vorbildwirkung bewusst. Sie achten die individuellen Werte jedes einzelnen Kindes und bauen auf deren bisherigen Erfahrungen auf. Soweit möglich wird den Kindern ein Mitspracherecht bei der Erstellung des Speiseplans und der Gestaltung der gemeinsamen Mahlzeiten eingeräumt und ein Feedback zur Zufriedenheit mit den Mahlzeiten eingeholt. Auf eine ansprechende Präsentation des Verpflegungsangebotes wird geachtet.



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