2. Haltung in der Arbeit mit Kindern

Damit Kinder sich zu eigenständigen und selbstbewussten Menschen entwickeln können, brauchen sie eine Lebenswelt, die sie verstehen und in der sie handeln können. Kinder lernen aus eigener Motivation heraus und bringen alle Anlagen dafür mit. Sie benötigen dazu klare Strukturen, passende Angebote und die Möglichkeit zu experimentieren; die Freude am Tun ist ihnen eigen.

Das verlangt von den Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten vor allem eine wertschätzende und strukturgebende Haltung gegenüber den Kindern. Sie müssen ihnen die Möglichkeit geben, eigene Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen, und ihnen vermitteln, dass sie ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft sind.

Manche Kinder sind resilient, d.h. sie bewältigen Stress, Druck, Frust und Rückschläge besser als andere. Mit Übungen zur Resilienz kann die psychische Widerstandskraft der Kinder gestärkt werden. Es wird sozusagen das „Immunsystem der Seele“ gefördert.


2.1 Bild vom Kind


Bei Kindern merkt man,

dass sie wie Blumen sind

jede will anders gepflegt sein

die eine braucht fetten Boden,

die andere mageren,

die eine braucht viel Licht,

die andere kann es gar nicht vertragen,

die eine braucht viel Wasser,

die andere wenig,

einige blühen schnell, andere langsam

da gilt es eben Unterschiede zu machen

und nur so wird man gerecht,

wenn man jeden nach seiner Natur

behandelt.

(Emil Frommel)


2.2 Entwicklungsbegleitung der Kinder


„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist – dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später, sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Darum weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt wenn das Leben schwer ist. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Inneren, an die man sich halten kann“. (5)

(Astrid Lindgren)

Bei profinos verbringen die Kinder einen großen Teil ihres Tages mit dem Spiel. Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes und ist die elementarste Form des Lernens. Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse, denn Kinder lernen durch das Spielen.

In erster Linie lernt das Kind über Sinneserfahrungen, über Bewegung und über den Einsatz seines ganzen Körpers. Darauf aufbauend wird der Ablauf in den Einrichtungen strukturiert.

Die Mitarbeiterinnen beobachten die Kinder mit ihren kindlichen Selbstbildungspotentialen, ihrer Entdecker - und Experimentierfreude und bauen mit ihren Impulsen und Angeboten auf diesen auf.

Dabei orientieren sie sich in ihrer pädagogischen Arbeit eng an der Bildungsvereinbarung NRW und den darin beschriebenen Bildungsbereichen.
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5 http://www.kinderhaus-astrid-lindgren.de/html/astrid-lindgren-html, (Aufruf 06.09.2017)



2.3 Wertvermittlung in der Arbeit mit Kindern


Als Fundament des täglichen Miteinanders findet sich die religiöse Erziehung auch in den vermittelten und gelebten Werten von profinos wieder. Die bedingungslose Annahme der Menschen durch Gott spiegelt sich im Alltäglichen, im Umgang mit den Kindern und in der Achtung des Einzelnen. Die Mitarbeiterinnen nehmen als Vorbild eine bedeutsame Rolle ein und setzen sich im Team intensiv mit den Werten des Trägers und der Einrichtung auseinander.

Folgende Werte prägen die Arbeit von profinos:

Akzeptanz jedes Kind in seiner Individualität und mit seinen Bedürfnissen, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion, seines Erscheinungsbildes oder seinem Entwicklungsstand

Die Mitarbeiterinnen begegnen den Kindern mit Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit und bieten sich als verlässliche Kommunikations- und Spielpartner an.

Leben und Vermittlung eines positiven und sozialen Miteinanders

Schaffung eines Klimas, dass von Wertschätzung und gegenseitigem Respekt geprägt ist

Achtung der Natur und von verschiedenen Materialien.

Hinführung der Kinder zu größtmöglicher Selbstständigkeit und Unterstützung in ihrer Selbstverwirklichung

Ermöglichung von Selbstbestimmung und Bestärkung der Kinder in ihren Rechten und Unterstützung darin, Konflikte selbstständig zu lösen und Kompromisse auszuhandeln.

2.4 Interreligiöses und interkulturelles Lernen

Unsere Gesellschaft wird in religiöser und kultureller Hinsicht immer vielfältiger. Diese Veränderungen machen es erforderlich, dass die Kinder sich in der Kindertageseinrichtung mit der eigenen Religion und Kultur und der – manchmal noch unbekannten – Religion und Kultur der anderen auseinandersetzen.

Die katholische Prägung und damit die christliche Ausrichtung der Arbeit in den Einrichtungen ermöglicht es, bewusst mit den Kindern zu arbeiten, um die Perspektiven zu erweitern sowie Toleranz und Akzeptanz gegenüber dem Anderen zu vermitteln. Das Ziel ist es, die Kinder im Einklang mit anderen, in ihrer eigenen Identität und ihren eigenen Einstellungen zu stärken.

Die Kinder kommen in der Einrichtung mit unterschiedlichen Sprachen in Berührung, sie lernen verschiedene gesellschaftliche Werte, andere Lebensperspektiven und -möglichkeiten kennen. Indem ihnen Unterschiede bewusst werden, sehen sie auch Aspekte des eigenen Glaubens und der eigenen Kultur deutlicher. Die Mitarbeiterinnen greifen die Vielzahl an Unterschiedlichkeit auf und führen sie im Alltag zu einem großen Ganzen zusammen, in dem jedes Kind mit seiner Herkunft, seiner Religion und seinen Besonderheiten akzeptiert wird.


2.5 Kinderschutz


Die profinos Einrichtungen sorgen sich um das Wohlergehen der ihnen anvertrauten Kinder und nehmen ihren Schutzauftrag wahr. Die Mitarbeiterinnen kennen und handeln entsprechend der Einschätzskala zur Kindeswohlgefährdung gemäß §8a SGB VIII in Kindertageseinrichtungen. Ein eigens entwickelter Informationsordner mit theoretischen Grundlagen, Dokumentationsvorlagen, Durchführungshinweisen und geeigneten Kontakt- und Vermittlungsdaten liegt in jeder Einrichtung vor. Ausgebildete insoweit erfahrene Fachkräfte stehen allen Mitarbeiterinnen im Verfahren und bei Fragen zur Seite.


2.6 Kinderrechte

profinos akzeptieret die UN-Kinderrechte (6) und achtet darauf, sie in den Einrichtungen zu wahren und zu schützen.

Das Recht auf kindliche Meinungsbildung und freie Meinungsäußerung wird durch aktiv geforderte Beteiligungsprozesse und vielfältige Beschwerdemöglichkeiten unterstützt. Das Recht auf Mitbestimmung, Teilhabe und Gleichberechtigung wird umgesetzt.

Die Privatsphäre eines jeden Kindes wird geachtet und geschützt. Bereits den Jüngsten wird es beispielsweise ermöglicht, frei zu entscheiden, welche Mitarbeiterin die Pflegesituation übernehmen darf. Alle Wickelräume gewährleisten die Wahrung der Intimsphäre.

Kindern mit Behinderung und von Behinderung bedrohten Kindern wird von profinos eine Aufnahme in eine Kindertageseinrichtungen unter entsprechenden Rahmenbedingungen ermöglicht.

Die Würde des Kindes wird gewahrt und seine aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft gefördert.
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6 http://www.national-coalition.de/pdf/UN-Kinderrechtskonvention.pdf, (Aufruf 04.10.2013)


2.6.1 Partizipation


Kinder als Akteure ihres eigenen Lernprozesses brauchen die Möglichkeit, Entscheidungsprozesse mitzugestalten und gemeinsam mit anderen Lösungen zu finden. Mitbestimmung und Beteiligung an den Themen und Aufgaben des Alltags lassen die Kinder als Gestalter ihres eigenen Lebens Selbstwirksamkeit erfahren.

Die Mitarbeiterinnen legen die individuellen Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder gemeinsam im Team fest und geben bewusst gewählte Entscheidungsprozesse an die Kinder ab. Sie legen mit den Kindern gemeinsam verlässliche Beteiligungsgremien fest und unterstützen sie bei der Umsetzung dieser.

Die einrichtungsbezogenen Beteiligungsverfahren können sich grundsätzlich auf alle Themen des Alltags beziehen, orientieren sich jedoch individuell am jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder. Die stetige Reflexion und Erweiterung dieser stellt eine konzeptionelle Grundhaltung dar und wird als ständige Aufgabe innerhalb der Einrichtungen angesehen und gelebt.


2.6.2 Beschwerdeverfahren für Kinder


Als ein Teil der Partizipation wird das kindliche Beschwerderecht umgesetzt und gefördert, d.h. die Kinder dürfen sich in der Kindertageseinrichtung über alles beschweren, was sie bedrückt oder was sie verändern möchten. Beschwerdemöglichkeiten werden als eine Form der Beteiligung und gleichzeitig als Gelegenheit zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Arbeit verstanden.

Die Aufgabe der Mitarbeiterinnen ist es, die unterschiedlichen Formen der Beschwerdeäußerung wahrzunehmen und die Kinder dabei zu unterstützen, ihre Beschwerden „zunehmend eindeutiger zu äußern, gezielter zur adressieren und nachhaltiger zu behaupten“. (7) Sie agieren auch hier als Vorbild, indem sie unterschiedliche Meinungen offenlegen und diskutieren und mit den Kindern gemeinsam Konsequenzen und Veränderungen besprechen. Dieser konstruktive Umgang vermittelt den Kindern ein Gefühl von Respekt und Wertschätzung und signalisiert ihnen, dass Beschwerden und Veränderungswünsche gewollt sind, gehört werden und angstfrei geäußert werden können.

Je nach Entwicklungsalter und Entwicklungsstand ist es Kindern nicht möglich, ihre Beschwerden verbal zu artikulieren. Im Umgang mit diesen Kindern ist ein sensibles Wahrnehmen und ein Eingehen auf deren Bedürfnisse, die z.B. durch Schreien oder durch Rückzug signalisiert werden, notwendig.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, auf eine Beschwerde einzugehen, z.B. Empathie zeigen, Gespräche führen, „Streitbrücke“ o.ä.. Die einzelnen Beschwerdeverfahren unserer Einrichtungen unterscheiden sich und sind in den individuellen Konzeptionen fest verankert.
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7 Rüdiger Hansen, Präsentation Fachtag LVR: Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder in Kindertageseinrichtungen, 07.04.2016


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